Interview mit Traurednerin Theresa Brüggemann
Als Hochzeitsfotograf lerne ich bei freien Trauungen natürlich auch viele Traurednerinen & und Trauredner kennen. Heute möchte ich euch die Traurednerin Theresa Brüggemann vorstellen.
Theresa Brüggemann, du bist Traurednerin in Münster, Osnabrück & Bielefeld. Für die die noch nicht wissen was das für ein toller Beruf ist - Erklär doch mal - was ist eine Traurednerin ? Was machst du da?
Theresa Brüggemann: Mhh, das ist eine gute Frage, die Arbeit als Traurednerin ist tatsächlich sehr vielfältig. Ganz klassisch betrachtet, begleite ich Brautpaare auf ihrem Weg zur Freien Trauung und bei der Freien Trauung selbst natürlich.
Wir entwickeln zusammen eine ganz persönliche Zeremonie, die die Liebe und den Lebensweg wiederspiegelt. Wir überlegen gemeinsam, wie die Atmosphäre bei der Trauung sein soll, eher getragen romantisch oder fröhlich beschwingt oder beides? Wir jonglieren Ideen, wie der Ablauf sein kann, welche Musik gut passt, ob ein Ritual eingebaut werden soll, oder ob Onkel Friedjolf seine alten Geschichten zum Besten geben soll ;) Aber ganz im Zentrum steht, fast immer, die Liebesgeschichte des Brautpaares und ihr gemeinsames Abenteuer der Liebe. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Was zeichnet für dich eine Gute Traurednerin aus?
Theresa Brüggemann: Für mich ist eine gute Traurednerin in erster Linie offen. Offen für die Wünsche und Bedürfnisse des Brautpaares. Es ist ihr besonderer Tag und der sollte so sein wie es für das Brautpaar richtig ist. Ich denke, dass zu viele Limitierungen und Regeln einer kreativen Entwicklung der Zeremonie im Wege stehen. Gerade eine Freie Trauung bietet die Möglichkeit sehr individuell auf Wünsche eingehen zu können.
Der Hund soll die Ringe nach vorne bringen?
Kein Problem.
Die Trauzeugen sollen Rock´n Roll tanzen? Kein Problem. Es soll Death Metal Musik gespielt werden? Kein Problem.
Ort, Zeit und Inhalt sind herrlich frei zu gestalten. Diese Offenheit macht eine gute Trauredner*in für mich aus.
Wie bist du überhaupt dazu gekommen Traurednerin zu werden?
Theresa Brüggemann: Durch meine Mama. Schon sobald wir lesen konnten, hat unserer Mama meine Schwester und mich mitgenommen zu Vorträgen, um Gedichte und Geschichten vorzutragen. Wir sammelten viel Erfahrung bei Theaterstücken, Vorträgen auf Geburtstagen/Festlichkeiten und Lesungen. So hat sich das Stück für Stück entwickelt. Leider ist meine Mama bereits gestorben, sodass wir dieses Abenteuer der Freien Trauungen nicht mehr gemeinsam erleben können, umso mehr freut es mich, ihr Erbe anzutreten und Brautpaare bei diesem besonderen und emotionalen Tag begleiten zu dürfen.
Was gefällt dir daran besonders?
Theresa Brüggemann: Die Freiheit. Die Möglichkeiten. Die Unbegrenztheit. Die Liebesgeschichten. Die Heiratsanträge. Die Tränen bei den Eheversprechen. Der persönliche Kontakt. Die Liebe für das Leben.
Kann man den Beruf Trauredner/in “lernen”?
Theresa Brüggemann: Soweit ich informiert bin ist der Beruf als Trauredner*in kein anerkannter Ausbildungsberuf, aber es gibt glaube ich mehrere Unternehmen, die Seminare anbieten.
Wer sich für den Beruf als Trauredner*in interessiert, kann sich sehr gerne bei mir melden. Ich lasse gerne Teilhaben an meinem Erfahrungsschatz.
Wo in Deutschland oder gar Europa hälst du Trauungen ab?
Theresa Brüggemann: Zurzeit im Städtedreieck Münster, Osnabrück, Bielefeld. Allerdings richte ich mich auch hier gerne nach den Wünschen des Brautpaares.
Warum freie Trauungen?
Theresa Brüggemann: Freie Trauungen sind, wie der Name sagt, herrlich frei. Frei von Konventionen und Regeln. Die Liebe des Brautpaares steht im Mittelpunkt.
Wie läuft (kurz gehalten) eine freie Trauung ab?
Theresa Brüggemann: Wie oben schon beschrieben, sind Freie Trauungen sehr individuell. Allerdings aus der Erfahrung gesprochen, kommen einige Element immer wieder vor. So zum Beispiel, wie soll der Einzug gestaltet werden? Wird die Braut nach vorne geführt? Von Wem? Und, zu welcher Musik? In vielen meiner Trauungen erarbeiten wir einen Spannungsbogen, sodass die eigentliche Trauzeremonie mit Ringtausch und JA-Wort den Höhepunkt bildet.
Welchen Unterschied gibt es zur kirchlichen Trauung?
Theresa Brüggemann: Die kirchliche Trauung gibt ein klares Zeremoniell vor. Dies kann auch sehr feierlich sein, dennoch ist der Spielraum der Gestaltung, die eine Freie Trauung bietet ungleich größer.
Gibt es weitere Arten von Trauungen die du anbietest?
Theresa Brüggemann: Ich bin da tatsächlich sehr offen, wenn ein Brautpaar sich zum Beispiel eine Themen-Trauung oder Hochzeit wünscht, á la Herr der Ringe, StarWars oder Gilmore Girls, bin ich die erste, die sich in ein Kostüm schwingt und kreativ mitüberlegt, wie das Thema umgesetzt werden kann.
Für welche Paare ist eine freie Trauung geeignet?
Theresa Brüggemann: Wunderbarerweise für alle. Es gibt auch hier keine Begrenzungen. Menschen aller Länder, Geschlechter, Konfession und Beziehungsmodellen sind eingeladen ihren ganz eigenen Rahmen der Liebe zu basteln.
Wie findest du heraus was deine Paare genau möchten?
Theresa Brüggemann: Ich freue mich immer, wenn mir Paare ganz viel von sich, ihren Familien, ihren Erlebnissen und ihrer Beziehung erzählen. Dann bekomme ich einen guten Eindruck, welche Dinge eine Rolle spielen.
Darüber hinaus finde ich natürlich heraus, was Paare möchten, indem ich sie direkt Frage, was sie möchten
Hattest du schon ein Paar welches kirchlich und frei geheiratet hat?
Theresa Brüggemann: Nein, diese Konstellation hatte ich tatsächlich noch nicht, aber wer weiß, was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Wie sieht dein Traumpaar aus?
Theresa Brüggemann: Im Besten Falle, schaue ich in strahlende Gesichter, die vor lauter Freude ihren liebsten oder ihre liebste Heiraten zu dürfen nicht still sitzen können.
Welche Art an Hochzeitsfotografen sind dir am liebsten? Wie sollten sie sich während der Trauung verhalten?
Theresa Brüggemann: Auch hier freue mich, wenn der Fotograf*in offen ist. Wenn er/sie es schafft die vielen wunderbaren Momente einzufangen, sodass es eine Erinnerung für die Ewigkeit wird. Wenn er/sie ein Beziehung zu dem Brautpaar aufbaut. Der Hochzeitsfotograf*in sollte ein Gespür dafür haben, wann er/sie wo steht, sodass nicht ein emotionaler Moment gestört wird „nur“ um ein Bild davon zu machen.
Hast du Tipps für Paare worauf sie achten sollten, wenn sie sich einen Trauredner/in aussuchen?
Theresa Brüggemann: Ich glaube, dass es wichtig ist, sich nicht die Vorstellungen des Trauredners „überstülpen“ zu lassen. Selbst wenn eine Idee oder ein Gedanke zuerst einmal abwegig erscheinen mag, so ist es doch Wert, der Idee erstmal Raum zu geben, bevor sie abgelehnt wird. Es ist wichtig, dass das Brautpaar sich mit dem/der Redner*in wohl fühlt und im Besten Fall Spaß hat. Top Tipp: dem Bauchgefühl folgen. Passt es? Oder passt es eher nicht?
Wo und wie können dich die Hochzeitspaare als Traurednerin finden?
Theresa Brüggemann: Über meine Website: www.theresabrueggemann.de oder einfach anschreiben oder anrufen unter 0176 82 600 655.
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